Kassenbuch Buchungssätze: SKR03 & SKR04 Beispiele

Kassenbuch Buchungssätze mit SKR03 & SKR04 ✓ Kontenrahmen erklärt ✓ Praxisbeispiele für Einnahmen, Ausgaben & Privatentnahmen. Jetzt richtig buchen!

Pennio RedaktionFachlich geprüft14. Februar 2026

Kassenbuch Buchungssätze beschreiben, wie Bargeldbewegungen buchhaltungstechnisch erfasst werden. Jeder Geschäftsvorfall wird als Buchungssatz nach dem Prinzip "Soll an Haben" auf mindestens zwei Konten verbucht -- im Kassenbuch betrifft das immer das Kassenkonto und ein Gegenkonto.

Buchhalter erstellt Buchungssätze für das Kassenbuch am Schreibtisch mit Kontenrahmen

Wer sein Kassenbuch führt, trägt zunächst Einnahmen und Ausgaben ein. Für die Finanzbuchhaltung müssen diese Bewegungen aber auch kontiert werden -- also den richtigen Konten zugeordnet werden. Die beiden in Deutschland gängigen Kontenrahmen SKR03 und SKR04 verwenden dabei unterschiedliche Kontonummern. Dieser Artikel zeigt Ihnen die wichtigsten Buchungssätze mit konkreten Beispielen für beide Kontenrahmen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Jede Bargeldbewegung im Kassenbuch wird als Buchungssatz nach dem Soll-an-Haben-Prinzip erfasst
  • In Deutschland werden hauptsächlich SKR03 (Prozessgliederung) und SKR04 (Abschlussgliederung) verwendet
  • Das Kassenkonto ist im SKR03 das Konto 1000, im SKR04 das Konto 1600
  • Buchungssätze für das Kassenbuch müssen den GoBD-Anforderungen entsprechen
  • Bei Barverkäufen muss die Umsatzsteuer korrekt auf einem separaten Konto gebucht werden

Was sind Buchungssätze im Kassenbuch?

Ein Buchungssatz ist die buchhalterische Anweisung, einen Geschäftsvorfall auf mindestens zwei Konten zu erfassen. Im Kassenbuch betrifft jeder Buchungssatz das Kassenkonto -- entweder im Soll (Geld fließt in die Kasse) oder im Haben (Geld verlässt die Kasse).

Das Grundprinzip lautet "Soll an Haben": Bei jeder Buchung wird ein Konto im Soll belastet und ein anderes Konto im Haben entlastet. Die Beträge auf beiden Seiten müssen immer gleich sein. Dieses Prinzip der doppelten Buchführung ergibt sich aus § 238 HGB in Verbindung mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Soll und Haben beim Kassenkonto

Das Kassenkonto ist ein aktives Bestandskonto. Für aktive Bestandskonten gilt:

BuchungSeiteBedeutungBeispiel
ZugangSollBargeld fließt in die KasseBarverkauf, Privateinlage
AbgangHabenBargeld verlässt die KasseWareneinkauf bar, Privatentnahme

Die Aufzeichnungspflichten für Kassenbewegungen ergeben sich aus § 146 Abs. 1 AO: Kasseneinnahmen und -ausgaben sind täglich festzuhalten. Jeder Buchungssatz muss dabei einen Beleg als Nachweis haben -- der GoB-Grundsatz "Keine Buchung ohne Beleg" gilt gemäß § 239 Abs. 2 HGB uneingeschränkt.


SKR03 vs. SKR04: Welchen Kontenrahmen verwenden?

SKR03 und SKR04 sind die beiden Standard-Kontenrahmen der DATEV, die in Deutschland am häufigsten eingesetzt werden. Der Unterschied liegt in der Gliederung, nicht im Ergebnis -- beide führen zum gleichen Jahresabschluss.

MerkmalSKR03SKR04
GliederungsprinzipProzessgliederung (nach Geschäftsprozessen)Abschlussgliederung (nach Bilanz/GuV-Struktur)
Kassenkonto10001600
Erlöse 19 % USt84004400
Erlöse 7 % USt83004300
Wareneinkauf 19 % VSt34005400
Privatentnahmen18002100
Privateinlagen18902180
VerbreitungHäufiger bei KMU, SteuerberaternVerbreitet bei größeren Unternehmen

Welchen Kontenrahmen Sie nutzen, legt in der Regel Ihr Steuerberater fest. Der SKR03 ist in der Praxis weiter verbreitet und wird von den meisten Steuerberatern bevorzugt. Wichtig: Innerhalb eines Geschäftsjahres dürfen Sie den Kontenrahmen nicht wechseln.


Die wichtigsten Buchungssätze für das Kassenbuch

Die folgenden Buchungssätze decken die häufigsten Geschäftsvorfälle im Kassenbuch ab. Jedes Beispiel zeigt den Vorfall, den Buchungssatz und die zugehörigen Konten in beiden Kontenrahmen.

Tabelle mit Buchungssätzen für SKR03 und SKR04 im Kassenbuch

Barverkauf mit 19 % Umsatzsteuer

Geschäftsvorfall: Ein Einzelhändler verkauft Waren für 119,00 Euro brutto bar.

ElementSKR03SKR04
BuchungssatzKasse an Erlöse 19 % UStKasse an Erlöse 19 % USt
Soll: Kasse1000 — 119,00 €1600 — 119,00 €
Haben: Erlöse 19 %8400 — 119,00 €4400 — 119,00 €

Bei der Buchung auf ein Automatikkonto (8400/4400) wird die Umsatzsteuer von 19,00 Euro automatisch auf das USt-Konto umgebucht. Der Nettoerlös beträgt 100,00 Euro. Diese automatische Aufteilung funktioniert in der Buchhaltungssoftware. Wer die Steuer manuell bucht, muss drei Konten ansprechen: Kasse im Soll, Erlöse und USt-Verbindlichkeit im Haben.

Wareneinkauf bar mit 19 % Vorsteuer

Geschäftsvorfall: Einkauf von Büromaterial für 59,50 Euro brutto bar.

ElementSKR03SKR04
BuchungssatzAufwand an KasseAufwand an Kasse
Soll: Bürobedarf4930 — 59,50 €6815 — 59,50 €
Haben: Kasse1000 — 59,50 €1600 — 59,50 €

Auch hier gilt: Beim Buchen auf ein Automatikkonto wird die Vorsteuer von 9,50 Euro automatisch auf das Vorsteuerkonto (1576/1406) umgebucht. Die Vorsteuer ist nach § 15 UStG abziehbar, sofern eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegt.

Privatentnahme

Geschäftsvorfall: Der Inhaber entnimmt 200,00 Euro bar für private Zwecke.

ElementSKR03SKR04
BuchungssatzPrivatentnahme an KassePrivatentnahme an Kasse
Soll: Privatentnahme1800 — 200,00 €2100 — 200,00 €
Haben: Kasse1000 — 200,00 €1600 — 200,00 €

Privatentnahmen sind erfolgsneutral -- sie mindern weder den Gewinn noch lösen sie Umsatzsteuer aus. Sie verändern nur das Eigenkapital des Unternehmers. Die rechtliche Grundlage findet sich in § 4 Abs. 1 EStG.

Privateinlage

Geschäftsvorfall: Der Inhaber legt 500,00 Euro Privatgeld in die Geschäftskasse.

ElementSKR03SKR04
BuchungssatzKasse an PrivateinlageKasse an Privateinlage
Soll: Kasse1000 — 500,00 €1600 — 500,00 €
Haben: Privateinlage1890 — 500,00 €2180 — 500,00 €

Trinkgeld (vom Inhaber vereinnahmt)

Geschäftsvorfall: Ein Gastronom erhält 15,00 Euro Trinkgeld bar, das er als Betriebseinnahme behandelt.

ElementSKR03SKR04
BuchungssatzKasse an sonstige ErlöseKasse an sonstige Erlöse
Soll: Kasse1000 — 15,00 €1600 — 15,00 €
Haben: Sonstige Erlöse8390 — 15,00 €4390 — 15,00 €

Trinkgeld, das der Unternehmer selbst erhält, ist nach § 3 Nr. 51 EStG nur für Arbeitnehmer steuerfrei. Beim Inhaber ist es eine steuerpflichtige Betriebseinnahme. In der Gastronomie ist die korrekte Verbuchung von Trinkgeldern besonders wichtig.

Bareinzahlung auf das Geschäftskonto

Geschäftsvorfall: 1.000,00 Euro werden von der Kasse auf das Bankkonto eingezahlt.

ElementSKR03SKR04
BuchungssatzBank an KasseBank an Kasse
Soll: Bank1200 — 1.000,00 €1800 — 1.000,00 €
Haben: Kasse1000 — 1.000,00 €1600 — 1.000,00 €

Konkretes Berechnungsbeispiel: Ein Geschäftstag

Ein Friseur führt am 14.02.2026 folgende Barbewegungen durch. Der Kassenanfangsbestand beträgt 250,00 Euro.

Nr.VorgangBuchungssatz (SKR03)SollHabenBetrag
1Barverkauf Haarschnitte (brutto)Kasse 1000 an Erlöse 840010008400357,00 €
2Einkauf Haarpflegeprodukte barWareneinkauf 3400 an Kasse 10003400100071,40 €
3Privatentnahme InhaberPrivatentnahme 1800 an Kasse 100018001000150,00 €
4Privateinlage InhaberKasse 1000 an Privateinlage 189010001890100,00 €

Berechnung Kassenendbestand:

250,00 € (Anfangsbestand) + 357,00 € (Barverkauf) - 71,40 € (Einkauf) - 150,00 € (Privatentnahme) + 100,00 € (Privateinlage) = 485,60 €

Beim SKR04 wären die gleichen Vorgänge mit den Konten 1600 (Kasse), 4400 (Erlöse), 5400 (Wareneinkauf), 2100 (Privatentnahme) und 2180 (Privateinlage) zu buchen. Das Ergebnis bleibt identisch. Weitere Informationen zum Buchen von Einnahmen und Ausgaben finden Sie im verknüpften Artikel.


Häufige Fehler bei Kassenbuch-Buchungssätzen

1. Umsatzsteuer vergessen: Bei Barverkäufen muss die USt korrekt erfasst werden. Wer kein Automatikkonto nutzt, muss die Steuer manuell auf das USt-Konto (1776/3806) buchen.

2. Falsches Konto für Privatentnahmen: Privatentnahmen werden oft fälschlich als Betriebsausgabe auf einem Aufwandskonto gebucht. Richtig ist das Privatkonto (1800/2100).

3. Soll und Haben vertauscht: Bei Barausgaben steht die Kasse im Haben, nicht im Soll. Der häufigste Anfängerfehler.

4. Kontenrahmen gemischt: SKR03- und SKR04-Konten dürfen nicht innerhalb eines Geschäftsjahres gemischt werden. Das führt zu Chaos im Jahresabschluss.

5. Vorsteuer bei Kleinbetragsrechnungen: Bei Rechnungen bis 250 Euro brutto (§ 33 UStDV) gelten vereinfachte Anforderungen -- die Vorsteuer ist dennoch abziehbar.


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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen SKR03 und SKR04?
SKR03 und SKR04 sind die beiden Standard-Kontenrahmen der DATEV für die Finanzbuchhaltung in Deutschland. Der **SKR03** ist nach Geschäftsprozessen gegliedert (Prozessgliederungsprinzip), während der **SKR04** nach der Bilanz- und GuV-Struktur aufgebaut ist (Abschlussgliederungsprinzip). Beide führen zum gleichen Ergebnis im Jahresabschluss -- nur die Kontonummern unterscheiden sich. Das Kassenkonto ist im SKR03 die Nummer 1000, im SKR04 die Nummer 1600. Welcher Kontenrahmen verwendet wird, legt in der Regel der Steuerberater fest. (Stand: Februar 2026)
Wie buche ich einen Barverkauf im Kassenbuch?
Ein Barverkauf wird im Kassenbuch als Einnahme gebucht. Der Buchungssatz lautet: **Kasse an Erlöse**. Im SKR03 buchen Sie Kasse (1000) im Soll und Erlöse 19 % (8400) im Haben. Im SKR04 sind es Kasse (1600) im Soll und Erlöse 19 % (4400) im Haben. Bei Automatikkonten wird die Umsatzsteuer automatisch auf das USt-Konto umgebucht. Voraussetzung ist ein ordnungsgemäßer Beleg (Kassenbon, Quittung). (Stand: Februar 2026)
Muss ich im Kassenbuch die Kontonummern angeben?
Nein, im Kassenbuch selbst müssen keine Kontonummern stehen. Das Kassenbuch erfasst Bargeldbewegungen mit Datum, Betrag, Buchungstext und Belegnummer. Die **Kontierung** (Zuordnung zu SKR03/SKR04-Konten) erfolgt in der Finanzbuchhaltung -- entweder durch den Steuerberater oder die Buchhaltungssoftware. Das Kassenbuch ist die Grundlage, aus der die Buchungssätze abgeleitet werden. Die Pflichtangaben für das Kassenbuch ergeben sich aus den GoBD und § 146 AO. (Stand: Februar 2026)
Welches Konto verwende ich für Privatentnahmen aus der Kasse?
Privatentnahmen werden auf das Privatkonto gebucht: im **SKR03 auf Konto 1800**, im **SKR04 auf Konto 2100**. Der Buchungssatz lautet: Privatentnahme an Kasse. Privatentnahmen sind keine Betriebsausgaben und dürfen nicht auf einem Aufwandskonto gebucht werden. Sie sind erfolgsneutral und verändern nur das Eigenkapital des Unternehmers nach § 4 Abs. 1 EStG. Für Privateinlagen gelten die Konten 1890 (SKR03) bzw. 2180 (SKR04). (Stand: Februar 2026)

Fazit: Buchungssätze im Kassenbuch sicher beherrschen

Buchungssätze für das Kassenbuch folgen einem klaren Muster: Bareinnahmen buchen Sie im Soll der Kasse, Barausgaben im Haben. Ob SKR03 oder SKR04 -- das Prinzip ist identisch, nur die Kontonummern unterscheiden sich. Achten Sie auf die korrekte Umsatzsteuer-Behandlung und verwechseln Sie Privatentnahmen nicht mit Betriebsausgaben.

Zusammenfassung
  • Buchungssätze folgen dem Prinzip "Soll an Haben" -- im Kassenbuch ist immer das Kassenkonto beteiligt
  • SKR03 verwendet Kasse 1000, SKR04 verwendet Kasse 1600
  • Bareinnahmen: Kasse im Soll, Erlöskonto im Haben
  • Barausgaben: Aufwandskonto im Soll, Kasse im Haben
  • Umsatzsteuer bei Barverkäufen korrekt erfassen (Automatikkonto oder manuelle Buchung)
  • Privatentnahmen auf das Privatkonto buchen (1800/2100), nicht als Betriebsausgabe
  • Die Kontierung erfolgt in der Finanzbuchhaltung -- im Kassenbuch selbst sind keine Kontonummern Pflicht

Weiterführende Artikel


Stand: Februar 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle Steuerberatung. Bei individuellen Fragen wenden Sie sich an Ihren Steuerberater.

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Die Pennio Redaktion erstellt Fachartikel zu Kassenbuch, Buchhaltung und Steuerrecht. Alle Inhalte werden auf Basis aktueller Gesetzestexte und offizieller Quellen des Bundesfinanzministeriums recherchiert und von steuerlichen Fachexperten geprüft.

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